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Wie erkenne ich vegane Schokolade? Woraus bestehen vegane Produkte aus Schokolade?

Vegane Schokolade und Schokoriegel sind wortwörtlich in aller Munde, aber das vielleicht schon viel länger, als die meisten bis dato glaubten. So bietet zum Beispiel Bitterschokolade schon ewig Zuflucht für den veganen Gaumen. Aber sind alle dunklen Schokoladen vegan? Und gibt es noch andere Alternativen für den süßeren Zahn?

Alle eure Fragen finden hier ihre Antwort!

Welche Zutaten enthält vegane Schokolade?

Die drei Grundzutaten jeder Schokolade, egal ob vegan oder nicht, sind:

  • Kakao (in Form von Kakaobohnen oder Kakaopulver)
  • Kakaobutter
  • Zucker

Um als Schokolade bezeichnet werden zu dürfen, braucht es Zucker. Kommerziell werden die meisten Schokoladen mit raffiniertem weissen Zucker hergestellt; vegane Schokolade tendenziell eher mit hochwertigerem Roh-Rohrzucker oder Kokosblütenzucker. Oft findet sich auch Boubon Vanille bzw. Vanilleextrakt oder Vanillin als Geheimzutat in den (veganen) Tafeln.

Vegane Milchschokolade

Da man keine herkömmliche Kuhmilch nutzt, sondern mit Pflanzenmilch arbeitet, kommen hier Alternativen auf Hafer-, Kokos-, Soja-, Mandel- oder Reismilch-Basis zum Einsatz. Man verzichtet also zur Gänze auf tierische Produkte und kann als Supplement sogar pflanzliches Sirup, wie zum Beispiel Reissirup verwenden, um den Geschmack, aber vor allem auch die Textur und den Schmelz, zu optimieren. Jenes wird oft in pulverisierter Form verarbeitet und bietet bei entsprechenden Rezepturen neue Herausforderungen. Viele der neuen pflanzlichen Produkten imitieren damit also nicht nur den Geschmack sondern auch die Textur von Milchschokolade.

Es ist mittlerweile schon fast belanglos nach welcher Geschmacksrichtung Du suchst. Es gibt ziemlich sicher eine vegane Option! Selbst weiße Schokolade kann mittlerweile vegan hergestellt werden und du würdest den Unterschied kaum merken.

Ist „normale“ Schokolade vegan?

Da eine durchschnittliche Schokoladentafel eine Milchschokolade ist, kann man die Frage kurz mit „Nein“ beantworten. Geht es aber um die verschiedenen Varianten von Schokoladen, dann kann man beruhigt sein.

Die edlen Bitterschokoladen (60% Kakao und mehr) sind in ihrer Herstellung und Rezeptur fast immer vegan. Unter industriellen Bedingungen kann es jedoch auch vorkommen, dass die teure Kakaobutter durch günstigeres Butterreinfett ausgetauscht wurde um Kosten zu sparen. Das Endprodukt ist dann leider eine Tafel die nicht vegan ist.

Grundlage hierzu ist die Schokoladeverordnung, diese erlaubt, dass auch dunkle Schokolade bis zu 5% Milchtrockenmasse im Enderzeugnis enthalten kann.

Ist dunkle Schokolade immer vegan?

Eine als Zartbitterschokolade deklarierte Tafel ist also zumeist vegan, aber das Checken der Inhaltstoffe ist immer eine gute Idee, da speziell größere Hersteller immer schauen wo sie Kosten sparen können und die teure Kakaobutter durch Butterreinfett ersetzen können (siehe Schokoladeverordnung).  In ihren Charaktieristika hat dunkle Schokolade nur die drei Grundzutaten (Kakaobohnen, Kakaobutter und Zucker). Natürlich können hier noch Extras, wie Haselnüsse, Mandeln, Vanille, Marzipan, Kokosraspeln und Co. beigefügt werden.

Im Trend befinden sich gerade auch sogenannte Rohkakao-Schokoladen oder Riegel, bei welcher die Kakaobohnen in der Herstellung entweder nicht, nur kurz oder bei niedrigerer Temperatur geröstet werden, um mehr vom „rohen“ Aroma oder Wirkstoffen zu behalten. Jene werden auch selten groß mit Zucker versehen, sondern eher mit Kokos- oder Dattelsüße oder dergleichen.

So hat sich ein veganes Produkt entwickelt, welches vor allem auch Leuten ermöglicht, die keinen herkömmlichen Zucker vertragen, sich mit der aromatischen Vielfalt des Kakaos auseinanderzusetzen. Auch Tafeln mit 100%igem Kakaoanteil sind für Veganger*innen leicht zu finden. Diese sind aber faktisch gesehen nicht als Schokoladen, sondern als Kakaomasse zu bezeichnen.

Wann ist Schokolade vegan und unbedenklich zu naschen?

Eine Schokolade ist dann vegan und unbedenklich zu genießen, wenn keinerlei tierische Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch Aufschriften wie „Kann Spuren von Milch enthalten“ schließen für Hardliner*innen ein veganes Produkt aus. In der Zutatenliste sollte man ebenfalls auf Begriffe wie „Butterreinfett“ und „Schellack“ achten. Beides tierische Erzeugnisse.

Hierbei ist es ganz wichtig das Kleingedruckte zu lesen und auch darauf zu achten, woher die Tafel stammt, die man erworben hat. So kann man davon ausgehen, dass es in großen Industrien zum Beispiel vermehrt zu Arbeitsprozessen kommt, die tierische und pflanzliche Rezepturen durch dieselben Maschinen laufen lassen und somit etwaige Rückstände von Milchpulver enthalten sein können. Dies muss jedoch immer ausdrücklich auf der Verpackung beschrieben werden.

Vor allem sollten hier auch die sozialen und ökologischen Gesichtspunkte berücksichtigt werden. So sollte man immer darauf achten, woher der Kakao und die anderen Inhaltsstoffe aus meiner Tafel stammen und ob jene bio, fair gehandelt bzw. aus nachhaltigem Anbau und gewissenhaft beschaffen worden sind.

Wie erkenne ich eine vegane Schokoladen Sorte?

Hier ist ein Blick auf die Verpackung gefragt. In den meisten Fällen verzeichnet der Hersteller mit einem entsprechenden Label oder einer anderen Art der Aufschrift, ob es sich hierbei um eine vegane Sorte handelt. Trotzdem gibt es hier auch manche Schokoladenproduzenten, die ihre Tafeln bewusst nicht als „vegan“ deklarieren, um ein bestimmtes Kundenspektrum nicht abzuschrecken.

In jedem Fall lohnt es sich auch einen Blick in die Zutatenliste zu werfen und das Kleingedruckte zu lesen. Manche Inhaltsstoffe klingen vielleicht nicht tierisch, können es aber durchaus sein. Wie zum Beispiel „Schellack“ (Kennzeichnung: E904), der aus den Exkrementen von Läusen gewonnen und als Bestandteil des Überzugs für Dragées etc. genutzt wird.

Wie schmeckt vegane Schokolade?

Diese Frage ist auf Grund der breiten Auswahl, die heute zur Verfügung steht, nicht mehr so leicht zu beantworten.

Früher wäre es einfacher gewesen, da man vor 20 Jahren nur bittere, vegane Schokolade produziert hat und noch nicht so viele verschiedene Geschmäcker auf pflanzlicher Basis rekonstruieren konnte.

Heute gibt es alles: Von süß und milchig bis dunkel und herb. Man muss eigentlich auf fast kein Geschmackserlebnis mehr verzichten.

Kann man vegane Schokolade selber machen?

Eine einfache Rezeptur die man in jeder Küche umsetzen kann besteht aus den drei Grundzutaten und entsprechenden Verfeinerungen, falls gewünscht.

Das Basis-Rezept (unser Vorschlag, aber einzelne Anteile je nach Bedarf):

  • Kakaobutter (~35-40%)
  • Kakaopulver oder Rohkakaopulver (30-35%)
  • Trockener und feiner Zucker (Rohrohrzucker), Kokosblütenzucker (25-35%)

Vorsicht bei flüssigen Zutaten wie Ahornsirup, Honig etc. der Wasseranteil lässt bei zu hohem Anteil in der Rezeptur die Schokolade nicht fest werden.

Profi-Tip: Um eine zu sandige Textur in der Schokolade zu vermeiden ist es wichtig einen sehr feinen Zucker zu verwenden, oder den Zucker vorab in einem Standmixer/Blender feinzumalen. Im optimalsten Falle besitzt du einen kleinen Tabletop-Melanger in diesem erzielst du die besten Ergebnisse.

Die einzelnen Zubereitungsschritte sind sehr einfach und lauten, wie folgt:

  1. Die Kakaobutter wird in einem Wasserbad bei 45-50 Grad Celsius in einer Schale erhitzt
  2. Sobald die Butter flüssig wird, aus dem Wasser hinausnehmen und Kakaopulver unterrühren, bis eine gleichmäßige und klümpchenfreie Masse entsteht
  3. Dann kann, bei Bedarf, der Zucker oder die Zuckeralternative untergemischt und wieder bis zur Homogenisierung verrührt werden. Hier können jetzt auch entsprechende Verfeinerungen dazu gemischt werden
  4. Falls die Masse zu fest zum Mischen ist erst die Temperatur der Masse erhöhen. Falls dies nicht reicht, mehr flüssige Kakaobutter hinzufügen.

Quick & Dirty-Methode:

  • Anschließend in eine entsprechende Form gießen oder einfach auf einem Backblech ausbreiten und in den Kühlschrank stellen

Profi-Methode:

  • Schokolade gut temperieren und dann in Form gießen und kühlstellen

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Abschließend ist zu sagen, dass das Angebot an veganer Schokolade enorm ist. Nicht nur Tafeln, Pralinen oder Trinkschokolade werden auch vegan hergestellt, sondern auch Dragées, Trüffel und andere Süßigkeiten.

Wir leben in Zeiten, in denen geschmacklich viel möglich ist und so bringt auch das Experimentieren mit Milchalternativen neue kulinarische Noten ins Spiel.

Für eine Craft-Schokoladen-Manufaktur, wie uns, ist natürlich das Herstellen von hochwertiger dunkler Schokolade das A und O. So bewegen wir uns sehr oft im „veganen Spektrum für alle“, denn vor allem die Single-Origin Schokoladen birgt die herausragenden Nuancen des Kakaos, ohne, in den meisten Fällen, mit Milchpulver versehen zu sein.

 

Aufi

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